Groß gefreut habe ich mich, als mich die E-Mail erreichte, ich hätte einen Zugang zur SEOlytics Light-Beta gewonnen. Eher enttäuscht war ich jedoch, als ich daheim dieses SEO-Tool testen konnte: Nur vier Module sind in der Light-Version enthalten – und die sind meiner Meinung nach nicht mal alle zielgruppenrelevant:
- SEOlytics Visibility Rank
- Gewinner/Verlierer
- Top 1000
- Keywords
Obwohl “Gewinner/Verlierer” und “Top 1000″ meiner Meinung nach nicht relevant sind, möchte ich die Module kurz vorstellen:
SEOlytics Visibility Rank
Ähnlich wie beim SISTRIX Sichtbarkeitsindex wird eine große Anzahl von Keywords in regelmäßigen Abständen abgefragt und das Ranking einer bestimmten Domain mit diesen Keywords in Relevanz berechnet. Zudem werden unterschiedliche Keywords mit dem Suchvolumen, einen kommerzieller Wert des Keywords und dem zu erwartenden Klickverhalten von Suchenden unterschiedlich gewichtet. Aus diesen Werten wird anschließend ein Index-Wert gebildet, der den SEOlytics Visibility Rank darstellt.
Wie in der SISTRIX Toolbar kann der zeitliche Verlauf des SVR in einem Diagramm dargestellt werden. Nachdem ich bei meinen Test mit der Domain spiegel.de über 5 Minuten (Stoppuhr!) gewartet habe und SEOlytics immer noch mit der Berechnung beschäftigt war, habe ich abgebrochen. Weitere große Internetseiten wie heise.de oder ebay.de brachten ein ähnliches Ergebnis.
Hier punktet SISTRIX klar mit geschätzten 4-5 Sekunden bis zur vollständigen Anzeige.
Und obwohl Thomas Promny von Gimahhot.de mit großer Zufriedenheit auf suchmaschinenoptimierung.de für die Software SEOlytics wirbt, finde ich bei der SVR-Suche nach “gimahhot.de” ein recht bescheidenes Ergebnis:
Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als mit einer kleineren Internetseite weiterzutesten: Den News-Blog nexem.info, für den auch SEOlytics Light Daten bereithält:
Es gibt auch die Möglichkeit mehrere Domains in einem Graphen zu vergleichen, was für direkte Konkurrenten interessant sein kann.
Anschließend werden wie bei SISTRIX die 100 spannendsten Rankings mit Position bei Google und URL angezeigt und auf ein extra Keyword-Modul verwiesen.
Fazit: Wem die zeitliche Auswertung des SVR nicht wichtig ist oder diese selbst in Excel durchführen will, kommt über die kostenlose SVR-Abfrage auf die selben Daten, die dieses Modul aufbereitet.
Gewinner/Verlierer
Das zweite Modul ist ein Pendant zu SISTRIX Moves & Shakers – es zeigt 1000 Seiten, die im Vergleich zur Vorwoche die größte Steigerung des SVRs bzw. die 1000 Seiten mit dem größten Abfall (Angabe in Prozent) des SVRs zur Vorwache darstellen. Dies ist eine schöne Spielerei, wenn man die Daten eh besitzt, für die tägliche SEO-Arbeit allerdings nicht so relevant. Eine Suche von Gemeinsamkeiten bei allen steigenden bzw. fallenden Domains könnte auf eine Änderung im Google Algorithmus hinweisen, diese Analyse muss jedoch selbst durchgeführt werden – für die meisten Hobby-SEOs sicher zu aufwendig.
TOP 1000
Ebenfalls eine Spielerei mit vorhanden Daten ohne großen Nutzen: Dass große Seiten wie wikipedia, amazon oder ebay vorne mit dabei sind, ist nicht verwunderlich. Die genaue Reihenfolge allerdings ist weder relevant noch interessant.
Keywords
Das Keyword-Modul funktioniert auch wieder für große Domains wie spiegel.de:
Zusätzlich zu den Informationen, die auch in den SISTRIX-Tools angegeben werden, erscheint bei SEOlytics die Angabe des zu erwartenden CPCs. Eine sehr sinnvolle Einbindung, die jedoch als absolute Zahl noch interessanter wäre. Leider fehlt – wie es bei SISTRIX vorhanden ist – eine Export-Möglichkeit, um die Keywords für eigene Zwecke weiterzuverwenden.
Sowohl bei SISTRIX als auch bei SEOlytics ist die Top 1 – Domain klar wikipedia.org. Ein kurzer Vergleich bei den gefunden Keywords brachte bei SEOlytics 155.696 und bei SISTRIX 390.431 Treffer. Da die Differenz bei weiteren Top-Seiten wie amazon.de ähnlich aussieht (SEOlytics 186.716, SISTRIX 290.884) gehe ich davon aus, dass die Keywordbasis von SISTRIX erheblich größer ist.
Fazit
SEOlytics schreibt in ihrem Blog:
Diese Version für den schmalen Geldbeutel war uns von Anfang an ein großes Anliegen. Nun wird sie Realität. Endlich wird es zukünftig damit auch nebenberuflichen Webseitenbetreibern, Hobby-SEOs und Existenzgründern möglich sein, ein professionelles SEO-Werkzeug mit sehr großer Datenbasis zu dennoch günstigen Konditionen nutzen zu können.
Das einzig wirklich relevante Modul für Hobby-SEOs ist “Keywords”. Je nach Kosten der SEOlytics Light-Version muss jeder Webmaster mit sich selbst ausmachen, ob ihm der Preis gerechtfertigt erscheint oder nicht. Dem Spruch “professionelles SEO-Werkzeug” kommt jedoch die aktuelle SEOlytics Light-Beta-Version nicht gerecht – dafür bietet SEOlytics einfach zu wenig für die tägliche Arbeit.
Mein Vorschlag
Auch wenn ich die anderen Module nicht kenne, scheinen doch einige interessante Tools dabeizusein. Viel besser als eine eingeschränkte Light-Version wäre es, jedem kleinen Tool einen monatlichen Preis zuzuweisen und anschließend kann sich jeder SEO sein eigenes Paket zusammenschnüren, welche Tools er benötigt und welche er (evtl. aus Kostengründen) lieber nicht nimmt.
Weitere Links
31. August 2009 um 11:38
Hallo Benno,
unglücklicherweise war der Ansturm am Wochenende auf dem Server so groß, dass die Ladezeiten in der Tat sehr langsam waren. Dieses Problem sollte nun aber gelöst sein. Von daher sind nun alle Daten wieder in zügiger Geschwindigkeit abrufbar.
Mit besten Grüßen
Christoph
31. August 2009 um 11:43
Hallo Christoph,
da muss ich dir recht geben: Auch bei großen Seiten wie spiegel.de oder gimahhot.de erscheint die Anzeige nun in 1-2 Sekunden.
So ists gleich erheblich besser ;-)
Viele Grüße,
Benno
10. November 2009 um 16:48
Hallo Benno,
wir haben die Light Version noch einmal überarbeitet und um ein SEM Modul erweitert.
Wenn Du Lust hast, kannst Du Dir die letzten Änderungen ja einmal anschauen und vielleicht auch etwas dazu schreiben. Die keyword Basis haben wir auch extrem aufgebohrt und ich denke 39,- ist ein fairer Preis :)
Beste Grüße
Christoph