Ohne gutes Ranking in führenden Suchmaschinen kann ein Onlineshop kaum vernünftigen Gewinne erzielen. Vor allem kleinere Shops können sich schlichtweg keine Werbung über AdWords oder ähnliches leisten und mit ausbleibenden Besuchern fehlt auch der erwartete Umsatz. Die Alternative ist es, den Onlineshop in den organischen Suchmaschinentreffern nach oben zu schiffen und dort die Besucher abgreifen.
SEO-Kosten für einen Onlineshop
Suchmaschinenoptimierung ist sicher nicht billig. Wer aber von seinem Onlineshop überzeugt ist, kann sicher faire Verdienstmöglichkeiten für einen SEO heraushandeln: Ein monatlicher Festbetrag gibt dem SEO Sicherheit, eine Provision für verkaufte Artikel steigert seine Motivation. Je überzeugter ein Shopbetreiber seine Idee dem SEO vermitteln kann, desto niedriger kann der Festpreis sein und desto eher lässt sich der Suchmaschinenoptimierer auf eine provisionsbezogene Bezahlung ein. Optimale Voraussetzungen für einen neuen Onlineshop.
Anschließend kann sich der SEO an die Optimierung des Shops machen:
SEO für die Shop-Startseite
Auf der Startseite des Onlineshops sollten nicht nur die Produktkategorien gelistet sein, es müssen auch Produkte zu sehen sein! Das hilft dem Besucher, der sofort findet, was er sucht, als auch den Suchmaschinen. Links von der Startseite sind die Besten, um Longtail-Landingpages zu stärken! Die Konversationsrate kann dabei hoch gehalten werden, wenn zum einen zueinander passende Produkte gezeigt werden, zum anderen wenn die Artikel nach den “Bestsellern” sortiert werden. Wenn in einem Gartenzubehör-Onlineshop primär kleine Gartenschaufeln verkauft werden, müssen diese Produkte ganz klar bereits von der Startseite aus verlinkt werden. So ist auch eine bestmögliche Optimierung für die Unterseiten unter dem Begriff “Gartenschaufel” möglich.
Die Startseite sollte möglichst auf das Hauptkeyword – meist einem Oberbegriff zu allen anderen Keywords – optimiert sein. Für den Text und die Keyword Density gilt somit das selbe für jede SEO-Optimierung.
SEO für Kategorien
Auch die Kategorien sind ein Kernarbeitsbereich für jeden SEO im Bereich Onlineshops. Bereits bei der Benennung sollte sich der Suchmaschinenoptimierung klar danach richten, was zu dem jeweiligen Produktzweig überhaupt gesucht wird. Hier ist besondere Sorgfalt geboten: Kategorien sind für die Ewigkeit, sie legen die zweite Ebene Keywords fest und kommen von der Relevanz her direkt nach der Startseite. Auch innerhalb der Kategorien sollten Bestseller möglichst gleich am Beginn der Seite gezeigt werden, da so diese Produkte die beste interne Verlinkung zugute kommt.
Meist ist eine Kategorie eine öde Auflistung von den beinhaltenden Produkten. Produktnamen schön und gut, aber Google steht auf Text! Zu jeder Kategorie sollte ein kurzer zusammenfassender oder einleitender Satz stehen. Es hilft, die Spezialitäten der einzelnen Kategorien hervorzuheben, oft reicht jedoch bereits ein sehr kurzer Absatz.
SEO für Produktseiten
Produktseiten sind das Ziel jeder Konversationsoptimierung. Hier wählt der Besucher, ob er sich zum Kauf entschließt, oder nicht. Mit einer gut gebildeten Navigationsstruktur kann der potentielle Käufer möglichst schnell zu dem Produkt gelotst werden, das er kaufen will. Am Besten ist es, wenn der Besucher seine Suchanfrage in Google derart exakt formuliert, dass er direkt zur Produktseite gelangt. Der Weg bis zum Kauf ist dann am kürzesten.
Für die Suchmaschinenoptimierung einer Produktseite gelten verschiedene Punkte:
- Keine Kategorienamen in der URL!
Produkte werden öfter verschoben, als am Anfang gedacht wurde. Natürlich kann man in einem derartigen Fall mit Weiterleitungen arbeiten, doch bei öfteren Verschiebungen wird derartiges schnell sehr komplex. Am einfachsten ist es, keine Kategorienamen in der URL zu verwenden. Dies erleichtert auch das Problem, wenn einem Produkt mehrere Kategorien zugeordnet werden. - Automatisierte Optimierung!
Vor allem bei großen Onlineshop gibt es sehr viele unterschiedliche Produkte. Jedes einzeln zu optimieren macht dann keinen Sinn. Viele Punkte können jedoch automatisiert für alle Produkte direkt vom Shop-System übernommen werden. Ein passender <title>-Tag kann aus dem Produktnamen und eventuell dem Kategorienamen generiert werden. Als META-Description kann der Beschreibungstext verwendet werden. Eine Datenbank mit den wichtigsten Keywords kann dazu genutzt werden, bestimmte Wörter im Beschreibungstext automatisch mittels <strong> als wichtig zu markieren. - Keine Herstellerbeschreibungen!
Ein häufiger Anfängerfehler: Die Beschreibung wird direkt vom Hersteller übernommen – genauso wie bei mindestens 10 anderen Onlineshops mit diesen Produkten. Für Google ist einzigartiger Inhalt aber das nonplusultra! An sich ist es also ganz einfach: Für jedes Produkt muss ein neuer Text geschrieben werden! Auch für sehr ähnliche Produkte muss der Text für jeden Artikel neu begonnen werden. Es reicht nicht mehr aus, nur ein oder zwei Wörter auszutauschen. Auch wenn es oft schwer ist, für jeden einzelnen Artikel die Besonderheiten genau herauszuarbeiten und aufzuschreiben wird sich am Ende auszahlen. - Überprüfung neuer Produkte!
Oft werden neue Produkte von Aushilfskräften oder Praktikanten eingestellt. Der SEO sollte sich in regelmäßigen Abständen eine Liste mit den neuen Produkten zukommen lassen und die einzelnen Produktseiten überprüfen. Ein sehr zeitaufwendiger Prozess, mit dem jedoch schnell auf eventuelle Fehler reagiert werden kann. - Ähnliche Artikel verlinken!
Die interne Verlinkung wird vor allem bei Onlineshops oft vernachlässigt. Und das, obwohl es sowohl den Benutzer, als auch die Suchmaschinencrawler freut, wenn ähnliche Artikel querverlinkt werden! - Ausverkaufte Artikel entfernen!
Ist ein Produkt nicht mehr im Lager und wird auch nicht mehr nachgekauft, so ist es an der Zeit, diesen Artikel zu entfernen. Doch wehe dem, der nicht beachtet, dass auf diesen Artikel bereits Backlinks gesetzt wurden ;-) Wird ein Header 404 an den Client gesendet, ist dieser Wert verloren. Oft macht es Sinn, wenn in diesem Fall eine Weiterleitung per 301 auf einen ähnlichen Artikel erfolgt und ein kurzer Text eingeblendet wird, dass der gesuchte Artikel nicht mehr vorhanden ist, aber stattdessen dieser neue empfohlen wird. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die externen Backlinks auf die einzelnen Artikel zu tracken. Wird dann ein Artikel mit vielen Backlinks entfernt, sollte man die Betreiber der Backlink-Webseiten anschreiben, ob sie nicht bitte den Link ändern möchten und auf das neue Produkt hinweisen.
Alle sollen mithelfen
Der SEO sollte stets im Auge behalten, was andere Mitarbeiter des Onlineshops an diesem verändern. Vor allem Texter und Produktmanager, die neue Produkte einpflegen oder bestehende Artikel ändern, sollten regelmäßig mit ihrer Arbeit überprüft werden. Nur so ist es möglich, jedem in seinem Bereich das notwendige SEO-Wissen zuzuteilen und so für alle Beteiligten das beste Ergebnis zu erzielen. Der Texter sollte genau wissen, wobei er bei einem SEO-Text achten muss. Und zudem sollten alle mit der Zeit ein Gefühl bekommen, wann für eine Änderung der SEO konsultiert werden sollte. Bei Kategorieänderungen sollte dies z.B. standardmäßig der Fall sein.
Konzentration auf einzelne Teile
Es macht Sinn, das Gesamtsystem im Überblick zu behalten. Hin und wieder muss jedoch der Blick ins Detail gehen: Einzelne Keywords müssen aus der Liste genommen werden und gezielt optimiert werden. Oder die Produktseiten im Ganzen müssen anders aufgebaut werden. Die Konzentration auf spezielle Dinge steigert die Qualität mehr, als wenn versucht wird, erst an einer Ecke, dann an einer ganz anderen Ecke zu optimieren.
Dieses System gebe ich auch an andere Mitarbeiter weiter: Die Texter benötigen keine Liste mit 80 Unterkategorien, zu denen sie passende Texte schreiben sollen. Es reicht, innen immer die 3 bis 4 wichtigsten Seiten zu sagen, an denen gearbeitet werden muss. So stürzt niemand an nicht-endender-Arbeit ab und arbeitet trotzdem qualitativer und effizienter.
Quellen
Eine Anregung für diesen Post fand ich auf der englischen Seite esizemore.com und wollte meine eigenen Erfahrungen mit aufschreiben.
19. Februar 2010 um 10:57
Ich habe speziell für Shopbetreiber eine SEO Checkliste entwickelt, basierend auf den Google Richtlinien. Der Download-Link ist hier zu finden: http://wallaby.de/forum/checkliste-seo-guide-f%C3%BCr-shopbetreiber-t334.html
In meinen Augen ist SEO für Onlineshops einer der Knackpunkte für den Start eines erfolgreichen Onlineshops. Wer dafür kein Geld ausgibt oder selber nichts macht, der kann sich den Start seines Onlineshops gleich ganz sparen. Das wäre so als würde man ein Auto kaufen, aber aus Kostengründen auf die Reifen verzichten.
Gruss
Wolfgang